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130 Schulen in Nordrhein-Westfalen haben bereits ein besonderes Schulfach, das über den Islam informiert. Im kommenden Jahr läuft der neue islamische Religionsunterricht an: Dieser orientiert sich stärker an der bestehenden Praxis des katholischen und evangelischen Religionsunterrichts an Schulen, stellt also den Glauben und nicht die kritische Auseinandersetzung damit in den Mittelpunkt. Funktioniert das?
Bei der Abstimmung im Düsseldorfer Landtag stimmten SPD und Grüne gemeinsam mit ihrer Opposition der CDU für die schrittweise Einführung des überarbeiteten Schulfachs, die FDP enthielt sich und die Linken stimmten dagegen. Die Schulministerin Sylvia Löhrmann von den Grünen sagte, die Einführung des neuen islamischen Religionsunterricht sei ein wichtiges Symbol für den Islam, das für Integration und die Einbindung der Muslime in den deutschen Alltag stünde. Auch der Verband Bildung und Erziehung wertete den Gesetztesentwurf als großen Schritt nach vorn.
Betroffen sind rund 320.000 Kinder und Jugendliche im größten Bundesland der Bundesrepublik, die in einem islamischen Glauben stehen. Während es bei der bisherigen Islamkunde eher um die Wissensvermittlung und kritische Auseinandersetzung mit der Religion geht, soll es künftig stärker um den Glauben an sich gehen. Der Unterricht wird nach wie vor in deutscher Sprache, unter deutscher Aufsicht und von hierzulande ausgebildeten Lehrern abgehalten. Eine flächendeckende Ausbildung des islamischen Glaubens ist nach Ansicht von der Schulministerin Löhrmann in den nächsten Jahren nicht sehr wahrscheinlich, da Fachpersonal fehle.
Die Linken stimmten gegen den Entwurf, da sie die Gefahr sehen, dass rechtsgesinnte muslimische Verbände beim neuen Unterrichtsfach mitmischen könnten. In der Tat wird ein Beirat mit islamischen Vertretern religiöse Grundsätze und Themenkomplexe erarbeiten, die auch im Schulfach thematisiert werden sollen. Dass in diesem Rat aber Terroristen sitzen, die dann islamische Schüler für Anschläge anwerben – das ist reine Panik-Mache und Wahlkampf-Allüre der Linken und genau das falsche Signal an die islamische Welt.












